Geschichte der Sierra de Guara

Diese Region des Hoch-Aragon erhält ihren Namen vom Tozal de Guara, dem Berg, der die Gegend mit seinen 2077m dominiert. Die heschichte der Sierra de Guara geht weit zurück, mehr als 20.000 Jahre, wie Felsmalereien aus dem Paläolitikum und megalithische Monumente wie die Dolmen bezeugen. Aus der jüngeren Geschichte finden sich Hinterlassenschaften aus der Epoche der arabischen Eroberung oder mittelalterliche Kapellen und Kirchen sowie von Menschenhand geformte Kulturlandschaften; Hinweise auf die ununterbrochene Besiedlung dieser Gegend durch den Menschen.

Kunst und Architektur in der Sierra de Guara

Den Reichtum an Kunstschätzen vergangener und heutiger Epochen, werden Sie bei einem Spaziergang durch die Dörfer der Sierra de Guara und ihre Umgebung entdecken. Zum Beispiel die Reste der romanischen Kirche San Andrés (11. bis 13. Jh.) im verlassenen Dorf von Nasarre, die Kapelle Nuestra Señora del Castillo nahe Rodellar, die Kirche von San Nicolás de Bari in Alberuela de Laliena, die Treviño-Kapelle in Adahuesca oder die berühmte Colegiata die hoch über Alquezar trohnt. Frühgotische Kunst aus dem 13. Jahrhundert findet sich in den Fresken in der Kapelle von San Fructuoso in Bierge, in der Kirche von El Tormillo und in der Architektur des Turm von Berbegal. Gothische Arbeiten des 16. Jh. finden sich in der Colegiata von Alquezar und in Abiego. Die Renaissance findet ihren Niederschlag vorallem im Dekor älterer Werke. Das Barock ist vorallem in Barbastro zu finden. Und schliesslich können Kunstwerke aus heutiger Zeit bewundert werden im Heiligtum von Torreciudad oder in Abiego, im Momument, das dem 20. Jahrhundert gewidmet ist.

Die Architektur vieler Dörfer der Sierra de Guara mit ihren aus dem Stein und anderen Materialien der Umgebung gebauten Häusern zeugt von der Verbundenheit der Menschen mit ihrem Territorium. Man kann sehr schöne Beispiele gut erhaltener traditioneller urbaner Plätze finden in den Dörfern von Las Almunias, Rodellar, Alquezar oder Yaso. In gleicher Weise gibt es sehr schöne überbleibsel dieser architektonischen Geschichte entlang der alten Transportwege zwischen den Dörfern, wie z.B. die Mauern, die die Wege einfassen nach Cheto nahe Rodellar oder bei Las Almunias oder die alten Terassenfelder bei Las Almunias und Bierge oder auch alte Brücken über die Flüsse, wie die von Pedruel oder die im Mascun Inferior.

Neuere Geschichte der Sierra de Guara und Geburt des Canyoning

Von Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts, in der jüngeren Geschichte der Sierra de Guara, ist die Gegend besonders betroffen von der Landflucht. Noch heute zeugen davon mehrere verlassenen Dörfer (Nasarre, Otin, Cheto etc.) trotz der - Dank des Tourismus - wiederkehrenden Lebendigkeit. Früher war die traditionelle ökonomie in erster Linie von der Landwirtschaft geprägt, von Ziegen- und Schafzucht und der Nahrungsmittelproduktion. Noch heute gibt es einige wenige Schafherden (Las Almunias, Rodellar, Bierge, Yaso) aber die Landwirtschaft ist nun zweitrangig. Hauptsächlich werden Weizen, Wein (der inzwischen sehr bekannte Somontano), Oliven und Mandeln angebaut. Wunderschöne Felder mit Mandel- und Olivenbäumen kann man rund um Bierge sehen.

Abgesehn von einigen Fotoreportagen über die Sierra de Guara durch Lucien Briet Ende des 19. Jahrhunderts, verbleibt die Gegend für Jarhzehnte in sich gekehrt und von der Welt vergessen.

Erst in den 1960er Jahren kommen spanische und französische Höhlenforscher erneut in die Gegend; unter ihnen der Autor des ersten Reiseführers über die Sierra de Guara, Pierre Minvielle.

Später, Ende der 70er, überqueren passionierte Bergführer die Pyrenäen und verlieben sich in die Sierra de Guara (siehe: Geschichte(n) von Expediciones). Diese Zeit kann man als die Geburtsstunde des heute so populären Canyoning betrachten.

Die wachsende Begeisterung für die Canyons der Sierra de Guara hat diese Gegend gerettet, in den 80ern fast vollkommen verlassen, wurde sie mit der Entwicklung des Tourismus und dem Abenteuer-Sport zu neuem Leben erweckt. Gleichzeitig bewahrten ihre isolierte geographische Lage und verschiedene Schutzmassnahmen die Natur und den autentischen Charakter der Sierra de Guara.

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